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Jetzt erst recht: Invest in der Krise

Drahtlose Sensorsysteme sind das Geschäftsfeld der pro-micron GmbH in Kaufbeuren. Etwa zur Dokumentation von Abläufen in einer Maschine sowie deren Kontrolle. Prozesse, die mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) zu noch effektiveren Ergebnissen führen könnten – wenn Daten nicht mehr nur gesammelt, sondern von Algorithmen ausgewertet und mit Maßnahmen versehen werden können. Um die Qualität von Produkten zu steigern oder die präventive Instandhaltung zu verbessern.

Voll da sein, wenn die Wirtschaft wieder hochfährt
Bereits im September 2019 präsentierte pro-micron erste KI-basierte Lösungsansätze in Verbindung mit dem sensorischem Werkzeughalter spike auf der Messe EMO in Hannover. „Darauf aufbauend versuchen wir, die durch Corona erzwungene Entschleunigung intensiv für den weiteren Ausbau der KI-basierten Digitalisierung unserer Produkte zu nutzen und haben dazu einen weiteren Mitarbeiter eingestellt“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Hubertus von Zastrow. In Zusammenarbeit mit der Uni Augsburg und dem verbundenen Institut für Software und Systems Engineering (ISSE) wurde im Mai ein weiteres Entwicklungsprojekt zum Thema gestartet. „Trotz corona-bedingter Sparmaßnahmen einerseits investieren wir strategisch in die Weiterentwicklung unserer digitalen Produkte. Wir wollen voll da sein, wenn die Wirtschaft wieder hochfährt.”
Online-Kanäle für Kundenkommunikation nutzen
Eine Maßnahme, der Corona-Krise zu begegnen und sich gleichzeitig zukunftsfest aufzustellen, ist die verstärkte Nutzung der Online-Kanäle. Und das nicht nur, um Homeoffice zu ermöglichen. Besonders für die Kundekommunikation geht pro-micron digitale Wege. „Unsere jungen Mitarbeiter drängten darauf, diese Kanäle mit guten Ideen auszubauen“, so von Zastrow. Entstanden ist eine Webinar-Reihe, die Live-Vorführungen aus CNC-Maschinen zeigt – mit mehr als 1.000 Anmeldungen in wenigen Wochen. Kunden können die kabellose Werkzeugüberwachung und die Bedienoberflächen der Bildschirme auf einen Blick online kennenlernen. „Ein wichtiger Service in einer Zeit, in der Messen nicht stattfinden können.“ Und nach Corona wohl nicht mehr wegzudenken.
Digital Machining Market Place             
Jüngste Digitaloffensive ist die Online-Konferenz „Digital Machining Market Place“ (Marktplatz für digitale Zerspanung, DiMaP), die noch bis heute stattfindet. Veranstaltet wird sie von pro-micron und neun weiteren mittelständische Unternehmen und Instituten aus der zerspanenden Wertschöpfungskette. In 25 Programmpunkten stellen die beteiligten Unternehmen digitale Zerspanungslösungen vor, der Nutzer kann an Live-Vorführungen und -Vorträgen online teilnehmen.
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Hubertus von Zastrow
Geschäftsführer
Wandel gemeinsam mit Mitarbeitern gestalten
Ebenfalls mit einem Programmpunkt bei der DiMaP dabei: die IHK-Akademie Kaufbeuren zum Thema digitales Lernen. Das freut von Zastrow besonders: „Der digitale Wandel kann nur gemeinsam mit den Mitarbeitern erfolgreich umgesetzt werden. Wir sollten Ihnen die Tools dafür geben.“ Wie KI die Arbeitswelt überhaupt verändert und wie Mitarbeiter diesen Wandel als Chance verstehen können, behandelt während der DiMaP der „Director’s exchange“ – als Online-Format einer ursprünglich von der IHK Schwaben geplanten und wegen Corona ausgesetzten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung.
Vom Applikationszentrum zum internationalen Unternehmen
Pro-micron wurde 2003 von mehreren Kommunen, Unternehmen sowie dem Initiator IHK Schwaben als „Applikationszentrum für Microsystemtechnik“ in Kaufbeuren gegründet. Ziel war, die Unternehmen der Region bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien zu unterstützen. Heute ist pro-micron ein eigenständiges, international agierendes Unternehmen und beschäftigt 44 Mitarbeiter. Sie produzieren drahtlose Sensorsysteme für den Anlagen- und Maschinenbau, für die Lebensmittelindustrie sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie. (Text: Ulrich Pfaffenberger)
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